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Zusammenhänge zwischen Fütterung & Verhalten

von Dr. Christiane Klemt
Hund mit Kauartiel

Liebe Tierbesitzer,

in diesem Blog soll es um die Zusammenhänge zwischen der Fütterung und dem Verhalten von Hund und Katze gehen. Es soll also nicht der Frage nach dem „Was?“, sondern dem „Wie?“ füttere ich meinen Vierbeiner richtig, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, nachgegangen werden.

Zunächst lässt sich feststellen, dass Hunde der Nahrungssuche im Gengensatz zu Katzen nur sehr wenig Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Fressen für Hunde nicht wichtig ist. Futter kann für jeden einzelnen Hund trotzdem eine große Bedeutung haben. Welchen Stellenwert die Nahrungsaufnahme beim Hund hat, hängt sehr stark vom Individuum ab, sodass eine generelle Aussage darüber nicht möglich.

Hunde schenken der Nahrungssuche im Gegensatz zu Katzen nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Fressen für Hunde nicht wichtig ist.

Dr. Christiane Klemt

Fütterungsvarianten für Hunde

In aller Regel werden unsere Haustiere auch von uns gefüttert und ernähren sich nur zum kleinen Teil von z. B. selbst gejagten Mäusen oder Beeren im Wald. Bei der Fütterung durch den Menschen lassen sich zwei Fütterungsformen unterscheiden: zum einen die „Umsonst“-Fütterung, bei der das Futter ohne eine Gegenleistung des Hundes oder der Katze verfüttert wird und zum anderen das Futter, das sich der Vierbeiner erst noch erarbeiten muss.

Für die zweite Fütterungsmethode gibt es auf der einen Seite verschiedene (Intelligenz-)Spielzeuge, auf der anderen Seite kannst du deinen Vierbeiner für Interaktionen mit dir wie z. B. das Üben von Tricks belohnen. Durch beide Varianten kannst du dein Haustier mental und zum Teil auch körperlich auslasten. Futterspielzeug kann dabei eine beruhigende oder aktivierende Wirkung haben. Futterbälle beispielweise aktivieren Hunde, da sie das Spielzeug aktiv hin- und herbewegen müssen, um an den schmackhaften Inhalt zu gelangen. Spielzeug zum Kauen und Schlecken hingegen wirkt beruhigend. Neben Kauspielzeug eignen sich hierfür natürlich auch unsere naturbelassenen Kauartikel hervorragend. Zum Schlecken empfehle ich das Hunde-Eis von Frostfutter Perleberg oder einen Kong, der mit Joghurt, Quark, Leberwurst oder auch gewolftem BARF-Fleisch gefüllt werden kann. Der Kong kann befüllt direkt zum Spielen an den Hund gegeben oder im Sommer zunächst eingefroren und anschließend verfüttert werden. Auch hier muss der Hund arbeiten, um an das Futter im Inneren zu gelangen, kann dies jedoch viel eher durch Schlecken, als durch Kauen erreichen.

Gesunde Hunde zwei Mal am Tag füttern

Aus jahrelanger Erfahrung rate ich allen Hundebesitzern stets dazu, ihre Tiere möglichst zweimal am Tag zu füttern. Bei Welpen dürfen es natürlich gerne noch mehr kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sein. Ob du die Rationen zu festen Zeiten am Tag verfütterst oder die Zeitpunkte variierst, ist dir überlassen. Ich habe jedoch festgestellt, dass es sich vor allem bei ehemaligen Straßenhunden anbietet, feste Fütterungszeiten einzuhalten, da es ihnen die nötige Sicherheit gibt, dass sie keinen Hunger mehr leiden müssen. Bei allen anderen Hunden kann eine regelmäßige Variation positive Effekte haben, da so nicht unbewusst ein unerwünschtes Verhalten wie Betteln gefördert werden kann und dein Hund auch bei ungeplanten Abweichungen vom Tagesablauf gelassener bleibt.

Generell sollte vor der Fütterung immer auf eine entspannte Atmosphäre geachtet werden, dein Hund sollte also nicht aufgeregt herumlaufen oder -hüpfen und du solltest ihn auf keinen Fall unnötig hochpuschen. Beides kann zu Problemen bei der Verdauung oder im schlimmsten Fall zu einer Magendrehung führen. Auch wenn es bei vielen Hunderassen schwer ist, so wird es auch mit etwas Training dem verfressensten Labrador gelingen, sich ruhig auf sein bevorstehendes Mal zu freuen.   

Schmackhafte Belohnungen im Alltag

Unsere Hunde müssen sich in der Regel unserem Alltag und dem sozialen Umfeld, in dem wir uns bewegen und leben, anpassen. Dies geschieht jedoch nicht einfach so problemlos, sondern erfordert ein Mindestmaß an Training und Erziehung. Dieses Alltagstraining kann nur dann funktionieren, wenn es sich für deinen Hund auch lohnt und er für sich einen positiven Nutzen daraus zieht. Das Trainieren mit Leckerlis ist daher eine Variante der positiven Verstärkung, die sich in den letzten Jahren stark durchgesetzt hat. Neben Aufmerksamkeit, belohnenden Worten und Streicheleinheiten sind Leckereien die beste Belohnung für deinen Vierbeiner. Gerade bei Hunden, die zu Übergewicht neigen, sollten diese zusätzlich gegebenen Futterstücke aber von der täglichen Ration abgezogen werden, denn nicht selten sind die kleinen Leckereien große Kalorienbomben. Als fettarme Belohnung eignen sich z. B. die getrockneten Rinderlungenwürfel hervorragend.

Katzen richtig füttern

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen nach wie vor Beutejäger. Sie verbringen – sofern sie Freigänger sind – einen Großteil des Tages mit dem Erjagen von Beute. So nehmen beispielsweise Bauernhofkatzen 16-20 Mäuse, also Mahlzeiten pro Tag, auf. Es ist daher nicht sinnvoll, einer Katze nur zweimal am Tag eine große Ration anzubieten. Vielmehr sollten mindestens fünf kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt verfüttert werden. Das Futter sollte an verschiedenen Plätzen und in unterschiedlichen Behältnissen angeboten werden, da gerade bei reinen Hauskatzen oft eine mentale Stimulation zum Fressen fehlt, die zu Frust, Langeweile, Aggression und auch zu Krankheiten führen kann.

In Mehrkatzenhaushalten sollte jede Katze einen eigenen Napf und einen eigenen Platz zum Fressen haben. Gemeinsame Futternäpfe könnten zu hastigem Fressen und Stress führen. Außerdem brauchen Katzen und Hunde jederzeit einen Zugang zu frischem Wasser, auch wenn gebarfte Tiere vergleichsweise weinig trinken, da in rohem Fleisch viel Feuchtigkeit enthalten ist. Für Katzen eignen sich dafür unterschiedliche Angebote wie Gießkannen, Zimmerbrunnen und Schälchen. Diese sollten mit Abstand zum Fressnapf und natürlich auch zur Katzentoilette aufgestellt werden.Genau wie Hunde lassen sich auch Katzen mit Leckerchen als positive Verstärkung trainieren. Auch bei ihnen funktioniert das sogenannte „Clickertraining“ hervorragend.

Ich hoffe, ich konnte dir einige hilfreiche Tipps und Anregungen für die gesunde Fütterung deines Vierbeiners geben, denn Futter kann so viel mehr sein, als nur eine langweilige Mahlzeit.

Deine Dr. med. vet. Christiane Klemt

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