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Die Verdauung des Hundes: Enzyme

von Julia Nowara

Nur eine gesunde Verdauung schafft die Grundlage für ein gesundes Hundeleben. Daran stark beteiligt sind die Enzyme aus dem Magen-Darm-Trakt, die dabei helfen, den Nahrungsbrei in seine einzelnen Bestandteile zu zerkleinern und damit erst die Aufnahme im Körper möglich machen. Ganz einfach also: ohne Enzyme keine Verdauung! Wozu welche Enzyme genau wichtig sind und wie du deiner Fellnase dabei helfen kannst immer im „enzymatischen Gleichgewicht“ zu bleiben, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Enzyme und ihre Aufgaben

Anders als zum Beispiel beim Menschen beginnt die enzymatische Verdauung des Hundes nicht in der Mundhöhle. Im Speichel von Menschen und vielen Pflanzenfressern befindet sich zum Beispiel Amylase – ein Enzym, welches für die Verdauung von Kohlehydraten zuständig ist. Hunden und Katzen fehlt dieses Enzym im Speichel, denn bei ihnen spielt die Verdauung von Kohlenhydraten eigentlich keine so große Rolle, da ihre natürliche Nahrung zum größten Teil aus Eiweißen (Proteinen) und Fetten besteht.  Der Speichel dient bei Hunden und Katzen lediglich dazu, die Nahrung zu umhüllen, damit sie besser die Speiseröhre hinabgleiten kann.

Die meisten Enzyme werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet und gelangen von dort aus direkt in den Magen. Dort beginnt die Verdauung von Eiweißen und Fetten. Mit Hilfe von Salzsäure aus der Magendrüse wird der pH-Wert im Magen auf bis zu 1 abgesenkt. Dieses extrem saure Milieu tötet so gut wie alle Keime und Bakterien ab und ermöglicht gleichzeitig den Enzymen ihre Arbeit. Enzyme können in inaktiver und aktiver Form vorliegen. So wird zum Beispiel das Enzym Pepsin, welches für die Verdauung von Proteinen benötigt wird, erst im Darm aktiv. Im Darm befindet sich nämlich eine spezielle Schleimhaut, die ihn von innen schützt. Würde Pepsin schon in seinem Bildungsort, der Bauchspeicheldrüse, aktiv sein, würde es diese von Innen heraus „verdauen“ und somit beschädigen. Das Enzym Lipase wiederum wird beispielsweise für die Fettverdauung benötigt und liegt schon in aktiver Form in der Bauchspeicheldrüse vor.

Im Magen beginnt die erste Stufe der Zerkleinerung und Durchmischung des Nahrungsbreis, bevor es weiter in den Dünndarm geht. Dort zerlegen die Enzyme die durchmischte Nahrung in allerkleinste Spaltprodukte, die klein genug sind, dass sie durch die Löcher in der Darmwand passen. Diese Spaltprodukte können dann für den weiteren Stoffwechsel an andere Organe, wie zum Beispiel die Leber, weitertransportiert werden.

Enzyme haben also eine äußerst wichtige Aufgabe bei der Verdauung von Hunden, denn sie beschleunigen die biochemischen Reaktionen im Magen-Darm-Trakt. Damit fungieren sie als sogenannte Biokatalysatoren. Die Verdauung wäre ohne Enzyme zwar möglich, würde aber um ein Vielfaches länger dauern.

Enzyme sind sozusagen das Fundament, auf dem der gesamte restliche Stoffwechsel aufbaut. Des Weiteren sind sie hochspezifisch und funktionieren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das heißt, dass nur ein bestimmtes Enzym einen bestimmten Nahrungsbestandteil spalten kann. Würde dieses Enzym dann zum Beispiel auf Grund einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung fehlen, könnte der Körper die wichtigen Nährstoffe aus diesem Nahrungsbestandteil nicht aufnehmen und es würde zu Mangelerscheinungen kommen. Es ist also sehr wichtig, dass die Enzyme im Magen-Darm-Trakt so arbeiten können, wie es von der Natur vorgesehen ist.

BARF als artgerechteste Fütterungsmethode von Hunden und Katzen

Auf Grund der Beschaffenheit des Verdauungstraktes von Hunden und Katzen haben unsere liebsten Begleiter oftmals Probleme bei der Verdauung von Futter mit einem hohen Kohlehydratanteil. Der Dünndarm von Hunden und Katzen ist schlichtweg zu kurz, um Kohlenhydrate vollständig zerlegen zu können. Das bedeutet, dass die Enzyme im Darm einfach nicht genügend Zeit haben, um die stabilen Zellwände von pflanzlicher Nahrung zu durchbrechen und die Nährstoffe so zu zerkleinern, dass sie von der Darmwand aufgenommen werden können. Auch findet im Gegensatz zu Pflanzenfressern, bei Hunden und Katzen keine wirkliche Verdauung im Dickdarm mehr statt. Dort wird dem Nahrungsbrei lediglich noch kleine Mengen an Wasser entzogen, aber kaum bis keine Nährstoffe mehr aufgenommen. Pflanzliche Nahrung kann Hunde und Katzen daher nicht mit genügend Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Aus diesem Grund ist auch von einer rein vegetarischen Kost abzuraten.

Nur eine protein- und fettreiche Nahrung kann vom Verdauungstrakt von Hunden und Katzen ausreichend gut aufgeschlossen werden. Kurzum: die Verdauung und die Enzyme von Hunden und Katzen sind auf Fleisch spezialisiert. Daher sollte bei der Fütterung von Hunden und Katzen sehr viel Wert auf einen hohen Fleischanteil im Futter gelegt sein. Beim Barfen füttert man üblicherweise in einem Verhältnis von 80:20 von tierischen zu pflanzlichen Nahrungsbestandteilen, wobei letztere eher als Ballaststoff- denn als Nährstoffquelle dienen. Auch für die Muskeln, die Energiegewinnung, die Blutbildung und die Bildung von Enzymen, Hormonen und Antikörpern sind tierische Eiweiße unglaublich wichtig für unsere Vierbeiner.

Tipp: Langsames Umstellen auf BARF ist wichtig

Die Umstellung von einem Futter auf ein anderes sollte immer über einen längeren Zeitraum stattfinden. Die Ausschüttung der verschiedenen Enzyme hängt nämlich stark von der Zusammensetzung des Futters ab. Zum Beispiel wird bei einem eiweißreichen Futter mehr Protease für die Proteinverdauung ausgeschüttet. Andersrum werden bei einer kohlehydratreichen Ernährung, wie zum Beispiel mit handelsüblichem Trockenfutter, weniger Protease und mehr Amylase gebildet. Der Körper gewöhnt sich über einen längeren Zeitraum an das übliche Futter und bildet die Enzyme entsprechend – daher ist es bei einer Umstellung des Futters, zum Beispiel von Trockenfutter auf BARF, auch sehr wichtig, dies über einen Zeitraum von mindestens einer Woche zu tun. So kann sich der Körper deines Vierbeiners langsam an die neue Futterzusammensetzung gewöhnen und die Enzymproduktion dementsprechend anpassen. Tut man dies nicht und stellt das Futter abrupt um, riskiert man eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine langsame Umstellung auf BARF ist daher immer sinnvoll.

Wie du siehst, sind Enzyme unglaublich wichtige kleine Helfer, ohne die die Verdauung und die Nährstoffversorgung nicht denkbar wären. Um mit einer gesunden Verdauung den Grundstein für ein langes und glückliches Hundeleben legen zu können, bieten wir dir bei uns im Shop frisches Fleisch für die artgerechte Ernährung deiner Fellnase.

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