Home Erziehung & Haltung Ein Hund zieht ein! – Das solltest du wissen

Ein Hund zieht ein! – Das solltest du wissen

von Julia Nowara

Ein neues Familienmitglied ist immer ein aufregendes Ereignis. Auch ein Familienmitglied mit vier Beinen, einem wedelnden Schwanz und kuscheligem Fell ist da keine Ausnahme – ein Hund soll einziehen! Damit die Ankunft deines neuen Lieblings so reibungslos wie möglich klappt, haben wir in diesem und in folgenden Beiträgen ein paar Tipps für dich.

Im Namen aller ausgesetzten Tiere:

Gerade zur Weihnachts- oder Ferienzeit ist es absolut wichtig keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und sich einen Hund oder ein anderes Tier zu holen, nur weil es ja so niedlich dreinschaut. Die Anschaffung eines Tieres sollte immer überlegt sein! Daher bitten wir dich von lebendigen Geschenken abzusehen!

Ein Welpe soll es sein?

Die Entscheidung ist gut überlegt und getroffen – ein Hund soll deine Familie erweitern. Natürlich sind die knuddeligen Augen eines Welpen geradezu unwiderstehlich, aber auch ein ausgewachsener Hund kann ein tolles neues Familienmitglied sein. Um hier einen Entschluss zu finden, solltest du dir selbst ein paar Fragen stellen. Hast du genug Zeit einem jungen Hund alles beizubringen, damit euer Zusammenleben auch angenehm ist? Hast du Lust gegebenenfalls alle zwei Stunden raus zu gehen, bis er stubenrein ist? Kannst du ihm beibringen, allein in deinem Zuhause zu bleiben, wenn du wieder arbeiten musst? Ist es ok, wenn das ein oder andere Möbelstück angeknabbert oder deine Lieblingssocken zerlöchert sind? Bist du geduldig genug deinem Liebling beizubringen, was er zerkauen darf und was nicht, wie er vernünftig an der Leine läuft und dass er andere Leute nicht anspringen sollte? All das sind Dinge, die ein Welpe noch lernen muss, ein ausgewachsener Hund aber unter Umständen schon alle beherrscht.

Andersherum kann es natürlich sein, dass ein erwachsener Hund auch die ein oder andere „Macke“ mitbringt. Kommt der Hund aus dem Tierschutz und seine sonstige Herkunft ist unklar, kann es durchaus sein, dass er vielleicht schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat und auf bestimmte Umwelteinflüsse ängstlich oder sogar aggressiv reagiert – auch hier solltest du dann genug Zeit und Geduld aufbringen können, Vertrauen zu ihm aufzubauen und ihm beizubringen, dass er bei dir keine Angst mehr haben muss.

Egal, ob Welpe oder erwachsener Hund – sicher ist, dass du einiges an Zeit und Liebe aufbringen werden musst, um deinem Schützling alles Wichtige für sein weiteres Leben bei dir beizubringen. Eins jedoch ist hier Gewiss: es wird sich in jedem Fall lohnen!

Ein Hund vom Züchter oder aus dem Tierschutz?

Eine nicht zu unterschätzende Frage, doch was hier im Endeffekt zählt, ist deine Vorbereitung! Viel zu viele Hunde sitzen in deutschen und ausländischen Tierheimen und warten darauf, endlich ein geliebtes Leben führen zu dürfen. Hier kommen allerdings wieder die negativen Erfahrungen der Tiere ins Spiel. Egal, ob Welpe oder Senior, oftmals ist es schwer nachzuvollziehen, was die Tiere in ihrem bisherigen Leben durchmachen mussten. Umso wichtiger ist die Rücksprache mit dem entsprechenden Tierheim oder Tierschutzverein, die die Tiere schon etwas besser kennen. Wichtig zu wissen ist hier vor allem, auf was der Hund eventuell negativ reagiert und wie weit der Trainingsfortschritt ist. Lerne das Tier in jedem Fall ausführlich kennen, besuche es öfter und gehe mit ihm spazieren. Falls das nicht möglich ist, da du eventuell einen Hund aus dem Ausland adoptieren willst, lasse dir vorab viele Informationen zu ihm geben. Auch kannst du in Rücksprache mit dem Tierschutzverein vorerst die Pflegestelle für einen Hund bieten. Solltest du dann merken, dass ihr super zusammenpasst, kannst du ihn fest adoptieren. Bei einem Hund aus dem Tierheim solltest du im besten Fall schon Hundeerfahrung haben oder bereit sein mit deinem Schützling zusammen eine Menge zu lernen.

Bist du vielleicht noch hundeunerfahren, dann ist eventuell ein Hund vom Züchter die sinnvollere Wahl für dich. Welpen oder Junghunde werden von seriösen Züchtern optimal auf ihr neues Leben vorbereitet und für alle Lebenssituationen sozialisiert. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten! Leider sehen einige Züchter den Hund nicht als Lebewesen, sondern als Produkt. Sie züchten in Massen und ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Elterntiere und der Welpen. Daher ist es absolut wichtig, dich vorher zu informieren, damit du dir nicht einen Welpen holst, der im schlimmsten Fall schwerwiegende und unbehandelbare Krankheiten hat. Im besten Fall solltest du den Züchter und die Welpen mehrfach besuchen, damit du sicher gehen kannst, dass die Tiere in einem gesunden Umfeld leben und aufwachsen. Einige wichtige Dinge, auf die du in jedem Fall noch achten solltest, haben wir für dich in der folgenden Liste zusammengestellt:

  1. Die Haltung der Welpen und der Elterntiere. Leben alle gemeinsam in Haus und Hof oder werden die Hunde abgeschottet gehalten? Sowohl die erwachsenen Hunde, als auch die Welpen sollten in einem familiären Umfeld aufwachsen und regelmäßigen Kontakt zu Menschen und anderen Hunden haben.
  2. Die Elterntiere. Im besten Fall können beide Elterntiere besichtigt werden. Zumindest die Mutterhündin sollte stets bei den Welpen sein und diese auch umsorgen. Stößt die Mutter die Welpen weg oder interessiert sich gar nicht für sie, zeugt das von einem gestörten Mutter-Kind-Verhältnis und hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Sollte der Vater nicht vor Ort sein, weil er eventuell von einem anderen Züchter kommt, dann kannst du auf jeden Fall nach Bildern fragen.
  3. Fragen stellen und beantworten. Sowohl du, als auch der Züchter sollten Fragen stellen, um den Einzug deines Welpen so sicher wie möglich zu gestalten. Deine Fragen sollten ruhig und ausführlich beantwortet werden und auch die Fragen vom Züchter selbst sollten ehrliches Interesse bezeugen und zeigen, dass er wissen will, wo sein Welpe bald leben wird.
  4. Der Preis. Ja, auch der Preis spielt eine ausschlaggebende Rolle! Je nach Rasse solltest du mit ca. 800 € aufwärts rechnen. Für einen seriösen Züchter bedeutet die Welpenzeit nämlich nicht nur grenzenloses Schmusen und Spielen, sondern auch viel Arbeit und Kosten. Angefangen bei der Wurfbox, zum Futter für Hündin und Welpen, über regelmäßige Tierarztkosten und Kontrollen auch der Zuchttiere, wenn diese keine Welpen haben, bis hin zu einer ausgestatteten Welpenstube mit Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten und natürlich der Zeit, die der Züchter auch schon in den ersten Wochen in die Sozialisierung der Welpen investiert. Das alles erklärt, warum ein gesunder Hund von einem seriösen Züchter niemals günstig zu haben sein wird.
  5. Das Abgabealter. Klar würdest du dieses knuddelige, wackelnde Etwas am liebsten sofort mitnehmen, aber um ein langes und erfülltes Leben an deiner Seite zu haben, muss der Kleine in seinen ersten Lebenswochen eine ganze Menge lernen – und das geht am besten mit Mama und Geschwistern. Daher sollte der Welpe bei der Abgabe auf gar keinen Fall jünger als acht Wochen alt sein!
  6. Die Papiere. Auch wenn er so unwichtig neben dem süßen Welpen erscheint, ist der Papierkram leider auch wichtig. Für die gegenseitige Absicherung von Welpenkäufer und Züchter sollte auf jeden Fall ein Kaufvertrag geschlossen werden. Auch sollten für den Welpen bereits ein Impfbuch und ein Heimtierpass vorhanden sein oder spätestens bei der Übergabe mitgegeben werden.

Welche Rasse passt zu dir?

Nun weißt du schon eine ganze Menge über die Anschaffung eines Hundes und auf was du alles achten solltest – sowohl bei einem Welpen als auch bei einem adulten Hund. Eine Sache, die allerdings auch auf keinen Fall zu kurz kommen sollte, ist die Überlegung, welche Rasse es denn sein soll. Gerade wenn du dir einen Hund vom Züchter holen möchtest, gibt es hier so viele Möglichkeiten.

Das Wichtigste dabei ist jedoch: kenne dich selbst! Sei ehrlich mit dir und überlege gut, wie viel Aufwand du in die Erziehung und in das Training deines zukünftigen Lieblings stecken möchtest, was du mit deinem Vierbeiner machen möchtest und welche Erwartungen du an ihn hast. Soll er nur ein paar Runden am Tag brauchen und sonst gemütlich mit dir auf der Couch liegen oder möchtest du lange Touren mit ihm unternehmen und auch an Hundesportaktivitäten teilnehmen?

Bei uns im Blog findest du dazu eine Auswahl an verschiedenen Hunderassen, wozu sie sich eignen und auf was du dabei achten solltest. Überlege dir vorher, was du möchtest und zu welchen Dingen du langfristig bereit bist, damit du und dein Hund ein schönes Leben zusammen genießen können!

Viel Erfolg bei der Vorbereitung auf den Einzug deines zukünftigen Lieblings wünscht

unterschrift-dein-team-aus-perleberg

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